ABC der Logotherapie

21 08 2008

Im Glossar finden Sie in alphabetischer Reihenfolge Erläuterungen zu zentralen Begriffen der Logotherapie. Haben Sie Lust, sich zusätzlich spielerisch mit einigen Anregungen der Logotherapie vertraut zu machen?

Das unten angefügte „ABC der Logotherapie“ nimmt ein paar typische Aspekte in den Blick.

A – Anspruch entdecken
Das Leben meint Dich! Nicht wir sind es, die das Leben befragen – das Leben fragt uns: Was machst Du draus?

B – Beharrlich üben
Wer übt, der hofft! Und wer hofft, der glaubt an den Sinn seines Tuns.

C – Chancen nutzen
Es gibt immer Entscheidungsfreiräume: zum Handeln oder zum Hinnehmen – zum Gestalten oder zum Ertragen. Die sinnvollste Alternative gilt es zu verwirklichen.

D – Dranbleiben!
Ein häufig vergessenes Zauberwort.

E – …..

F – …..

G – …..

Wer findet die nächsten Begriffe zum „ABC der Logotherapie“? Ich freue mich auf kreative Ideen.


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12 responses to “ABC der Logotherapie”

4 09 2008
DER S!NNCOACH (21:47:00) :

E wie existentiell
Hat mit meinem Sein, mit meinem Dasein zu tun.

F wie Frankl?
Aber auch:
F wie Führung, sinnorientierte
Logotherapeutisch inspirierte Führungskultur für Unternehmen

Wie geht’s weiter?

Zsolt Joanovits

11 09 2008
Monika Tempel (15:40:20) :

G wie gratis
So bietet uns das Leben mit jedem Augenblick eine neue Sinnmöglichkeit. Gratis - doch (hoffentlich) nicht umsonst!

H wie Herzlichen Dank,
lieber Zsolt Joanovits, für Ihre kreative Fortsetzung im ABC der Logotherapie.

I wie ….

J wie …

Welche Assoziationen stellen sich dazu ein?

Monika Tempel

13 09 2008
DER S!NNCOACH (11:17:37) :

Guten Tag Frau Tempel
Hier noch weiter:

Bei H kommt mir die Homöostase in den Sinn - Fachbegriff für die psychomechanische Anschauung, dass unser Leben darin seinen Zweck findet, körperlche und seelische Zustände auszugleichen und dadurch in ein ‘Gleichgewicht’ zu kommen. Ist ääh … antilogotherapeutisch ; ))

Aber jetzt: H wie Hauptstraße
Der jeweils aktuelle individuelle Sinngehalt lässt sich auf drei ‚Hauptstraßen’ finden:

• Durch die Tat – durch die Verwirklichung von schöpferischen Werten. Dies ist die Ausgestaltung der äußeren Realität in jeder Arbeit und Betätigung.
• Durch das Erleben – durch die Verwirklichung von Erlebniswerten durch die Aufnahme von Kunst und von Naturschönheiten, aber auch und vielleicht vor allem von sozialen Erlebniswerten als das Erlebnis der Einzigartigkeit einer anderen Person. Dies umfasst die Ausgestaltung der Beziehung zwischen innerer und äußerer Realität.
• Durch die Haltung – durch die Verwirklichung von Einstellungswerten. Dies ist die Ausgestaltung der Beziehung zur inneren Realität. Es ist die Fähigkeit, das Leiden in ‚existentielle Leistung’ zu verwandeln - und in Würde zu tragen.

I wie Imagination
Das Erleben von Bildern vor dem ineren Auge; Wachtraum, Tagtrau, Bilderreise. Auf gscheit zum Beispiel Katathymes Bilderleben. Methode, mit dem eigenen Unterbewusstsein in Kontakt zu kommen. Therapie und Persönlichkeitsbildung. Logotherapeutische Variante: Wertimagination (Böschemeyer). Ist ein zukunftsträchtiges Thema.
Bitte um Entschuldigung, dass ich das so telegrammmäßig schreibe. Ich habe gerade 100 Seiten darüber geschrieben und versuche hier, das Wesentliche in drei Zeilen anzudeuten. Na, es sind fünf Zeilen geworden.

Grüße von weiter unten
Zsolt Joanovits

14 09 2008
Monika Tempel (17:13:40) :

J wie Ja zum Leben sagen
Trotz allem!

K wie Kommunikation
Stimmige, authentische, ermutigende Kommunikation ist ein Wert. Deshalb ist es wichtig, eine Kommunikationskultur zu etablieren und zu kultivieren.
Oder mit Bertolt Brecht: “Komm, reden wir zusammen - wer redet, ist nicht tot.”

L wie Lieber Zsolt Joanovits,
ich bin schon neugierig auf die nächsten originellen Einträge.

M wie …

N wie …

Mit herzlichem Dank für die Kommentare und freundlichen Grüßen nach Dornach
Monika Tempel

16 09 2008
DER S!NNCOACH (14:14:08) :

Guten Tag Frau Tempel
Weiter mit dem Streiflexikon : ))

M wie Menschenbild
Die drei Grundlagen des logotherapeutischen Menschenbildes:
• die Freiheit des Willens
• der unbedingte Wille zum Sinn
• der unverlierbare individuelle Sinn des Lebens
Und vielleicht noch: da ist jeweils jemand, der frei ist, mit einem unbedingten Willen zum Sinn antritt und seinen individuellen Sinn verfolgt.

N wie Nihilismus
Der Nihilismus leugnet den Sinn und er relativiert alles, was uns wertvoll ist, also die Werte. Es ist einer der Gegenpositionen der Logotherapie.

Wie geht es weiter?

Zsolt Joanovits

18 09 2008
Monika Tempel (19:47:05) :

O wie O là là -
so flott wie der Sinncoach bin ich diesmal nicht mit meiner Fortsetzung!

P wie Person
Mit seinen zehn Thesen zur Person provoziert Frankl Widerspruch - zum Beispiel durch Aussagen wie diese: “Auch Liebe ist, sofern sie echte Liebe ist, immer Liebe von Person zu Person … Nicht liebt da ein Organismus einen anderen, sondern das Ich ein Du.”

Q wie …..???
Jetzt bin ich gespannt, welche logotherapeutischen Gedanken sich zu diesem verflixt schwierigen Buchstaben einstellen ; )

Monika Tempel

19 09 2008
DER S!NNCOACH (22:15:28) :

Q wie äääh … Quasi-Neurosen

Eine etwas staksige, nämlich wissenschaftliche Bezeichnung der vier problematischen kollektiven Haltungen (nach Frankl):
• provisorisch – Es ist nicht nötig zu handeln. Die Zukunft ist schlecht; Hauptsache, mir geht es heute gut
• fatalistisch – Es ist nicht möglich zu handeln. Das Schicksal ist übermächtig, und ich kann nichts steuern.
• kollektivistisch – Vereinfachung, Pauschalisierung. Ich gehöre zur Masse und habe keine wirkliche eigene Persönlichkeit.
• fanatisch – Das Denken des Anderen gilt nichts. Seine Persönlichkeit auch nicht. Ich zwinge ihn, so zu denken, wie ich denke.

Aber jetzt wird es doch einfacher, oder nicht?
R wie ….

Zsolt Joanovits

24 09 2008
Monika Tempel (20:59:02) :

R wie Respekt,
lieber Zsolt Joanovits, das “Q” ist souverän gemeistert!

Es folgt sogleich:

S wie Sonnenstrahlen sammeln
Kennen Sie Frederik - die kleine Maus, die im Sommer scheinbar untätig herumsitzt, während ihre Mit-Mäuse eifrig Essensvorräte anlegen? Als im Winter Schmalhans Küchenmeister wird, erwärmt Frederik mit seinen Geschichten vom Sommer nicht nur die Herzen.
Sonnenstrahlen sammeln - Sinn-Körnchen entdecken und bewahren - das ist gelebte Logotherapie.

Tja, und was folgt nun für

T wie …?

U wie …?

Monika Tempel

30 09 2008
DER S!NNCOACH (15:14:47) :

An das ‘R wie Respekt’ hönge ich hier gerne noch etwas an:

R wie Reduktionismus - eine beliebte Zielscheibe für die Logotherapeuten. Der Begriff beruht auf der Tendenz vieler vor allem naturwissenschaftlicher Richtungen, alle möglichen Eigenschaften der menschlichen Natur auf körperliche Prozesse, auf Hirnfunktionen, auf Gene etc. zurückzuführen. Eindrucksvolles Beispiel aus der brachialen Frühzeit der Psychoanalyse: die Liebe ist ‘nichts anderes’ als eine Sublimierung der sexuellen Triebregungen des Körpers. Alles klar, oder?

Aber eigentlich waren wir ja beim T:

T wie Trotzmacht des Geistes. Sie stellt sich gegen die scheinbar so mächtigen Einflüsse dessen, was in der eigenen Seele rumort. Oder was der Körper vorgibt. Dazu der berühmte Spruch: ‘Ich muss mir ja von mir selber nicht alles gefallen lassen.’

U wie …

3 10 2008
Monika Tempel (21:34:50) :

Eine Anmerkung zu:

T wie Trotzmacht des Geistes
Diese Assoziation finde ich sehr, sehr gut. Eine treue Blog-Leserin hatte mich bereits vor geraumer Zeit darauf hingewiesen, daß dieses “Wundermittel der Logotherapie” im Glossar fehlt. Seither plane ich einen eigenen Blog-Beitrag zur Trotzmacht des Geistes. Nach Ihrem Stupser, lieber Zsolt Joanovits, wird es jetzt höchste Zeit!

U wie Unabänderliches
Unabänderlichem gegenüber tragen - laut Frankl - die Einstellungswerte. Diese innere Bewältigung - unter Verzicht auf äußere Gestaltung - ist die höchste Form der Sinnverwirklichung.

V wie Verantwortung
Frankl definiert Verantwortung einmal wie folgt: ” Das menschliche Dasein ist Verantwortlich-sein, weil es Frei-sein ist … Das Entscheidende ist immer der Mensch.”

W wie “Was aber ist der Mensch?”
Diese Frage beantwortet Frankl in der “Ärztlichen Seelsorge”: Der Mensch ist “das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird.”

X wie ….

Y wie …

Z wie …

Die drei letzten Buchstaben im “ABC der Logotherapie” überlasse ich wieder Ihnen, lieber Zsolt Joanovits. Nehmen Sie diese - zugegeben extreme - Herausforderung an …?

Monika Tempel

10 10 2008
DER S!NNCOACH (12:11:28) :

Bei X und Y muss ich einfach passen. Das ginge nur mit mogeln : )

Aber das Z ist prominent belegt:

Z wie Zeitgeist und seine Macken
Logotherapie setzt den kollektiven problematischen Haltungen des Zeitgeistes die Sinnorientierung als Heilmittel und Katalysator entgegen.

Diese problematischen Haltungen sind:
— ich denke provisorisch — Es ist nicht nötig zu handeln. Hauptsache mir geht es heute gut.
— ich bin fatalistisch — Es ist nicht möglich zu handeln. Ich bin nicht verantwortlich, es sind die anderen und das Schicksal.
— ich denke kollektiv — Ich habe keine eigene Meinung; ich gehe in der Masse auf. Und unter.
— ich bin fanatisch — Deine Meinung gilt nichts. Deine Person auch nicht.

Zsolt Joanovits

28 10 2008
Monika Tempel (21:22:26) :

Der “Z wie Zeitgeist”-Kommentar ist Spitze! Er versöhnt mit der Lücke bei X und Y ;-))

Schade, daß wir jetzt beim letzten Buchstaben im “ABC der Logotherapie” angelangt sind … Sind Sie beim nächsten interaktiven Beitrag wieder mit von der Partie, lieber Zsolt Joanovits?

Monika Tempel

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