Gern gesehene Gäste im Logotherapie-Blog
6 09 2008Ist Ihnen die zusätzliche Kategorie in der Navigationsleiste schon ins Auge gefallen? Ab heute finden Sie in lockerer Reihenfolge Gast-Beiträge im LogoLog.
Ein Anliegen dieses Blogs ist die Vernetzung innerhalb der Logotherapie-Szene. Deshalb freue ich mich sehr über originelle Texte von Kolleginnen und Kollegen. Wer Zeit und Lust hat, seine logotherapeutischen Kenntnisse und Erfahrung auf diesem Weg einem interessierten Leserkreis mitzuteilen, ist herzlich zum Mit-Bloggen eingeladen.
Den Anfang macht ein Gast-Beitrag von Gertrud Rességuier. Ihre Gedanken haben mir wieder einmal vor Augen geführt, wie reich die Schatztruhe der Logotherapie gefüllt ist.
Umstellungstherapie
So bezeichnete V. Frankl seine Logotherapie einmal in einer Vorlesung. Als ich das (auf einer CD) hörte, dachte ich daran, dass wir manchmal unsere Möbel umstellen. Plötzlich wirkt das Zimmer ganz anders: größer, heller, wohnlicher, einladender – und wir haben das Gefühl, es entspricht uns jetzt mehr.
Die Logotherapie hilft uns, das Mobiliar unserer Seele umzustellen und es mehr unserem innersten Wesen anzupassen.
Zum Beispiel Beziehungen neu bewerten und ihnen einen entsprechenden Platz zuweisen:
- Welche nehmen mir nur Kraft? In den Hintergrund rücken.
- Welche geben mir Kraft? Mehr ins Blickfeld holen.
Ist da vielleicht sogar die Tür zur Transzendenz (Frankl) zugestellt?
- Freimachen, Tür auf!
- Und herein weht ein neuer Sinn.
Da sind aber auch Dinge, die man nicht einfach verrücken kann, ein hartes Schicksal z.B., das unserer Seele schwer zu schaffen macht. Jetzt zeigt uns die Logotherapie eine Umstellungsstrategie der besonderen Art - die so genannte Einstellungsmodulation.
- Wir verändern unsere Einstellung zu den Dingen bzw. zum Leben.
- Wir verzichten darauf, darüber be-leid-igt zu sein, dass das Leben uns etwas vorenthält oder unseren Vorstellungen nicht nachkommt und betrachten unser Schicksal aus einer anderen Perspektive und begreifen:
- Alle Situationen, die wir durchleiden müssen, sind eine Anfrage des Lebens an uns, sie als Herausforderung zu verstehen und eine sinnvolle Antwort darauf zu finden.
- „Ich habe mich umgestellt“ sagen wir dann vielleicht zu jemandem, der sich wundert, dass wir nicht mehr jammern und klagen.
Schritt für Schritt kommt die Umstellungstherapie ans Ziel: Aus Verzagtheit wird Zuversicht, aus Angst wird Mut, aus Traurigkeit wird froh machende Hoffnung. Der Mensch wird ein Stück geheilt. In seiner Seele befindet sich alles wieder am richtigen Platz.
Gertrud Rességuier
„Perspektivenwechsel“
Logotherapeutische Beratung
Am Hollerbusch 3
97828 Marktheidenfeld
Tel.: 09391/2794