Den Faden nicht abreißen lassen

25 10 2008

Den je eigenen Lebenssinn kann ich nur verwirklichen, wenn ich in Übereinstimmung mit meinen Grundwerten und Überzeugungen rede und handle – und nicht aus einer Position der emotionalen Reaktivität.

Vielleicht entscheidet sich ein uns nahe stehender Mensch dafür, uns „wie Luft“ zu behandeln. Dann müssen wir auf einem schmalen Grat balancieren: einerseits für die Verbundenheit eintreten, die wir als Wert empfinden – andererseits die Distanzwünsche unseres Gegenübers respektieren. weiterlesen »



Garten-Sinn

21 10 2008

Lieber Schwager!

in unserem Naturparadies ist inzwischen ein bunter Blätterteppich ausgebreitet. Sobald sich die Morgennebel verzogen haben, leuchtet der Gartenboden im milden Oktoberlicht.

Ich stehe – ein wenig fröstelnd – am Terrassenrand und berausche mich an den herbstlichen Farben. „Diese späte Schönheit kann wohl nur ein Dichter angemessen besingen“, geht es mir durch den Sinn. Also: rein ins warme Wohnzimmer und nichts wie hin zum Bücherschrank! Erwartungsfroh schlage ich die Rubrik „Herbstlyrik“ auf.

„Astern - , schwelende Tage,
alte Beschwörung, Bann, …“

Ein bedeutungsschwangerer Anfang bei Gottfried Benn. Ich blättere weiter – auf der Suche nach etwas leichterer Kost.

„Genug ist nicht genug! …
Genug kann nie und nimmermehr genügen!“

Das meint Conrad Ferdinand Meyer. Und Rainer Maria Rilke ergänzt im „Herbsttag“:

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,  …“

O je: Es scheint, als animiere diese Jahreszeit die Dichter zu eher trüben Gedanken. Die wollen jedoch nicht recht zu meinem „Goldenen Oktober“ passen.

Bei den Humoristen werde ich schließlich doch noch fündig:

„Der Herbst schert hurtig Berg und Tal
Mit kalter Schere ratzekahl.
Der Vogel reist nach warmer Ferne;
Wir alle folgten ihm so gerne.

Das Laub ist gelb und welk geworden,
Grün blieb nur Fichte noch und Tann´.
Huhu! Schon meldet sich im Norden
Der Winter mit dem Weihnachtsmann.“

Mit diesen Ringelnatz-Versen grüßt

Deine Schwägerin



Logotherapie im Bücherdschungel

11 10 2008

Parallel zur Frankfurter Buchmesse widmen sich die Oktober-Beiträge im Logotherapie-Blog den gedruckten Buchstaben. Schließlich ist es zur Abwechslung manchmal ganz nett, die vom Bildschirm ermüdeten Augen über ein paar liebevoll gestaltete Buchseiten gleiten zu lassen – selbst für begeisterte Blogger. weiterlesen »



Herbst im Logotherapie-Blog

3 10 2008

Oktober … Da denken viele an buntes Laub, Frühnebel und Erntedank.

In meiner „alten Heimat“ steht der Monat Oktober ganz im Zeichen der Buchmesse. Eine günstige Gelegenheit für Erinnerungen an Frankfurt und die Wetterau – und ein schöner Anlaß, sich auf ein ursprüngliches Heilmittel der Logotherapie zu besinnen: Das Buch als Therapeutikum weiterlesen »



Freie Hände

30 09 2008

Du hast freie Hand für die Werteverwirklichung

- im Zupacken (schöpferische Werte)
- im Berühren (Erlebniswerte)
- im Empfangen (Einstellungswerte)

Nur eine winzige Voraussetzung solltest Du beachten: Freie Hände haben losgelassen.



So tun, als ob

27 09 2008

Es ist durchaus kein Selbstbetrug, die Welt immer öfter als guten Ort zu betrachten.

Die Welt ist ein freundlicher Ort und die Welt ist ein bedrohlicher Ort. Wer nur das Erste wahrnimmt, macht sich etwas vor. Doch auch, wer nur das Schlechte sieht, hat nicht den richtigen Durchblick … weiterlesen »



Garten-Sinn

20 09 2008

Lieber Schwager!

am Terrassenrand leuchten seit ein paar Wochen die Herbstfrüchte um die Wette. Die länglichen Hagebutten mit dem niedlichen schwarzen Krönchen sind den meisten Besuchern vertraut. Doch daneben glüht es ebenso lackrot wie kugelrund an einem zierlichen Strauch. Fasziniert erkundigen sich manche Betrachter nach seinem Namen.

„Das ist ein Zwergschneeball“, erkläre ich möglichst trocken.

Postwendend folgt darauf der erstaunte Ausruf: „Zwergschneeball – wieso denn? Der trägt doch knallrote Früchte!“

Wieso?

….. Als sich der Sommer seinem Ende neigte, setzten die Wildrose und der Zwergschneeball ihre Früchte an. Bald waren sie so wunderschön anzusehen wie die lieblichen Schwestern im Märchen: Der Zwergschneeball als „Schneeweißchen“ – neben dem hagebuttentragenden „Rosenrot“.

Doch statt sich gemeinsam der schon tieferstehenden Sonne zu erfreuen, packte den Zwergschneeball eines Abends der Ehrgeiz: „Hey Du, Hagebutten-Rose – meine persilweißen Früchte sind das Highlight in diesem naturnahen Gärtchen!“

„Wie Du meinst …“, antwortete gelangweilt die Hagebutten-Rose und hielt ihre Früchte den noch immer wärmenden Strahlen entgegen.

Doch der Zwergschneeball gab keine Ruhe. „Ohne mich wäre das hier nur eine durchschnittliche Naturgärtchen-Ecke“, stänkerte er weiter.

„Was soll das heißen?“, fragte die Hagebutten-Rose nun doch etwas angesäuert.

„Na ja: Nur ich bringe mit meinem Strahle-Weiß Abwechslung und Phantasie  in dieses grün-rote Einerlei!“ Der Zwergschneeball schien vor Stolz um 2 Millimeter zu wachsen.

„Abwechslung und Phantasie – daß ich nicht lache!“, entgegnete die Hagebutten-Rose. „Deine Beeren können nur eines: weiß strahlen. Meine Früchte hingegen kann man zu Hagebuttenmus verarbeiten, abwechselnd aufs Butterbrot oder die Schwäbischen Leckerles streichen … Und was die Phantasie anbelangt: Frag` mal die Kinder, wen man am meisten mit dem Juckpulver aus meinen Früchten ärgern kann!“

Bei diesen Worten errötete der Zwergschneeball. Man hätte meinen können, es sei nur die Abendsonne gewesen, die durch ihre langwelligen Strahlen alles mit einem rötlichen Schimmer überzog.

Doch seither glänzten auch die kugelrunden Zwergschneeball-Früchte von morgens bis abends ebenso rot wie die Wildrosen-Hagebutten …..

In diesem Sinne schmunzelnde Grüße sendet

Deine Schwägerin



Logotherapeutische Kapitalanlage

10 09 2008

Ein Bankgeheimnis besonderer Art – diesmal in Versform:

Das rechte Wort zur rechten Zeit –
Bringt Zinsen und verhindert Streit.



Gern gesehene Gäste im Logotherapie-Blog

6 09 2008

Ist Ihnen die zusätzliche Kategorie in der Navigationsleiste schon ins Auge gefallen? Ab heute finden Sie in lockerer Reihenfolge Gast-Beiträge im LogoLog.

Ein Anliegen dieses Blogs ist die Vernetzung innerhalb der Logotherapie-Szene. Deshalb freue ich mich sehr über originelle Texte von Kolleginnen und Kollegen. Wer Zeit und Lust hat, seine logotherapeutischen Kenntnisse und Erfahrung auf diesem Weg einem interessierten Leserkreis mitzuteilen, ist herzlich zum Mit-Bloggen eingeladen.

Den Anfang macht ein Gast-Beitrag von Gertrud Rességuier. Ihre Gedanken haben mir wieder einmal vor Augen geführt, wie reich die Schatztruhe der Logotherapie gefüllt ist. weiterlesen »



Garten-Sinn

31 08 2008

Lieber Schwager!

Es gibt Pflanzen mit einem fulminanten Auftritt. „Hallo, hier bin ich!“, scheinen sie schon im Knospenstadium vor sich her zu posaunen. „Trara – jetzt bin ich da!“, ertönt es beim Erblühen. Und selbst den Abgang gestalten sie als furioses Finale mit Pauken und Trompeten.

Ganz anders die „Leisetreter“.

Einem Repräsentanten dieser Gattung hast Du ein sonniges Plätzchen am Steingartenhang zugewiesen. Dort grünte er bis zum Frühsommer als mickriges Pflänzchen unbeachtet vor sich hin. Dann deutete er durch eher zurückhaltendes Breitenwachstum seine Veränderungsbereitschaft an. Hier und da zeigten sich bald darauf zartgliedrige gelbe Gebilde, die ich erst auf den zweiten Blick als Blüten identifizieren konnte.

Einmal angestoßen, schien diese Entwicklung nicht mehr zu stoppen. Jeden Morgen war das grün-gelbe Blütenpolster um etliches bauschiger als am Vortag. Unverdrossen eroberte das grüne Kissen Zentimeter um Zentimeter am Hang – unermüdlich sprossen die stiftförmigen Blüten. Und blühten, und blühten, und blühen zum größten Teil noch immer!

Das filigrane Steingarten-Wunder – so würde ich diesen heimischen Dauerblüher charakterisieren.

Na, lieber Schwager – hast Du den Gelben Lerchensporn erkannt?

Das fragt aus der spätsommerlich verzauberten Oberpfalz

Deine Schwägerin