Lupenreine Logotherapie – brillant vom „Meister“ vorgetragen
23 06 2009Sie haben die Lektüre-Vorschläge der beiden vorangegangenen LogoLog-Beiträge befolgt? Bravo! Dann sind Sie optimal gerüstet für die heutige Empfehlung …
… und können mit dem folgenden Büchlein Ihre ersten Lese-Eindrücke abrunden. Ich wünsche Ihnen heftige Gedanken-Anstöße und überraschende Perspektiven-Wechsel bei der Lektüre von
Viktor E. Frankl: Das Leiden am sinnlosen Leben
In der launigen Einleitung stellt Frankl die Logotherapie vor – als Antwort auf die Neurose der heutigen Zeit. Immer weniger Menschen gelingt es problemlos, einen Sinn in ihrem Leben zu entdecken und ihn zu realisieren. Hier leistet die Logotherapie Sinnentdeckungs-Hilfe. Entscheidend dabei ist, daß der Logotherapeut keine Sinnmöglichkeiten von sich aus anbietet. Vielmehr wird der Suchende befähigt, seine eigenen Sinnmöglichkeiten zu erkunden und zu verwirklichen.
Es folgen Vorlesungen zu den zentralen Begriffen und Methoden der Logotherapie. Der Wille zum Sinn, die existentielle Frustration, der Sinn des Leidens – Frankl erklärt diese theoretischen Grundlagen ebenso eingängig wie prägnant. Auch die logotherapeutischen Methoden der Paradoxen Intention und der Dereflexion werden anschaulich durch viele Beispiele vermittelt. In den drei abschließenden Vortragskapiteln geht es um Grenzgebiete wie „Logotherapie und Religion“ oder „Logotherapie und Literatur“.
Alles ist im typischen „Frankl-Stil“ flott und anschaulich geschrieben – oder besser gesagt: gesprochen! Denn man merkt diesem Büchlein an, daß es aus Vorlesungs- bzw. Vortragsmanuskripten zusammengestellt ist. Ein Gewinn für den interessierten Leser, der vom begnadeten Redner Frankl erfährt, wie er „das Leiden am sinnlosen Leben“ beenden und den je einzigartigen Sinn in seinem eigenen Leben verwirklichen kann.