Warum es lohnt, die Botschaft der Depression zu entschlüsseln (Teil2)

25 01 2009

Die Flaschenpost 

Gar nicht so einfach: von einer steilen Klippe aus eine Flasche aus dem Meer zu fischen …

Aber schließlich hast Du es geschafft: Die Flasche ist heilgeblieben – und Du halbwegs trocken.

Es sieht allerdings nicht so aus, als habe sich Dein Einsatz gelohnt.

Doch was ist da im Innern der Flasche?

Der Korken macht blubb – und Du hältst nach einigen Fehlversuchen eine echte Flaschenpost in Händen.

Auf vergilbtem Pergament ist ebenso präzise wie kunstvoll der Weg beschrieben von Depri Island ins Land des Lächelns. Und im Land des Lächelns ist – mit genauen Koordinaten – angegeben, wo Du den Schatz Deines Lebens findest …

Ha! Wach auf! Du träumst!

Die Flaschenpost ist Wirklichkeit – aber nicht in Form einer märchenhaften Schatzkarte!

Es ist vielmehr eine ziemlich nüchterne Bauanleitung: für ein Floß.

Na prima!

Du sollst den letzten kahlen Baum auf Depri Island fällen und daraus ein wackliges Floß der Hoffnung bauen. Und dann sollst Du Dich wohl auch noch – ohne Seekarte – mit diesem Untersatz aufs offene Meer wagen …!?

Ist das nicht etwas viel verlangt von einem, dem es morgens schon schwerfällt, sich zu entscheiden, ob er überhaupt aufstehen soll oder nicht? Der zuerst einmal wieder winzige Schritte in sein Leben wagen müßte? Vielleicht eine Minute lang bewußt das zu tun, was ihm momentan möglich ist, zum Beispiel zum kahlen Baum gehen und wieder zurück zur Glasglocke …?


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